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Gestaltungsfeld “Informatisierung”

3. Keine Gestaltung ohne Gestaltungskompetenz

Die Ist-Analyse ergab aber neben dem Bedarf an Gestaltung (dazu mehr → 2) noch eine ganz andere Bedarfsseite: Gestaltungskompetenz. Viele Mitarbeiter in der Produktion brauchen (und kennen) nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Systems. Nun sollen sie durch Integrunt auf einmal anfangen, das „große Ganze“ nicht nur zu ihrem Thema zu machen, sondern es auch aktiv zu gestalten und zu optimieren. Das kann nicht gelingen aus der Schlüssellochperspektive. Einige wussten nicht einmal, dass das System dynamischer veränderbar ist als z.B. eine Maschine oder eine Hallenwand.

Klar war: bevor es ans Gestalten gehen kann, brauchen die zukünftigen Gestalter mehr Wissen über das System. Aber: Es war kein IT-Wissen, kein reines Bedienwissen und schon gar kein Verstehen abstrakter Systemarchitekturen gefragt. Hier hätte die IT-Abteilung natürlich kompetent mit einer Schulung helfen können. Es ging aber um etwas anderes, nämlich darum, mehr über die Komplexität des Systems und seine Verbindungen und Verschränkungen mit den realen Prozessen zu erfahren. Und dies nicht aus der Metaperspektive der Programmierer, sondern aus der Perspektive der Nutzer, die täglich mit dem System in ihrer Arbeit umgehen. Dieses Wissen steht in keinem Handbuch und ist auch für die IT eine oft neue, unbekannte Sichtweise.

Die erste Aufgabe, die sich im Projekt daraus ergab: Die Enduser erobern/erarbeiten sich das System. Sie emanzipieren sich von der Schlüssellochperspektive. Sie gehen stattdessen „durch die Tür“ und betreten das „große Ganze“. Und sie tun dies selbst gesteuert und entlang ihres eigenen Erfahrungshorizontes. Wie das gehen kann, lesen Sie hier (→ 8).

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